Woche 1
Grundlage59,0 kmHalte die Reihenfolge ein, nicht die Wochentage. Wenn Dir der Dienstag nicht passt, verschieb die Einheit — aber lass zwischen zwei harten Tagen immer einen lockeren oder freien.
Der Halbmarathon ist meine Distanz. Weit genug, dass die Grundlage entscheidet, schnell genug, dass es die ganze Zeit unangenehm bleibt. Du trainierst seit Jahren durchgehend und richtest Deine Saison um Wettkämpfe herum aus.
Der Plan kostet nichts.Wenn er Dir was bringt: folg mir auf @felsr. →Passt das nicht?
Weniger als 59 km pro Woche? Dann passt Stufe 3 · Ambitioniert besser — 1:28:00–1:40:00.
Mehr als 71 km pro Woche? Dann passt Stufe 5 · Leistung besser — 1:12:00–1:19:00.
Der Plan läuft über 14 Wochen und steigt auf 84 km in der stärksten Woche.
Die Tempi kommen nicht aus einer abgetippten Tabelle, sondern aus den Daniels-Gilbert-Gleichungen: aus Deiner Zielzeit wird ein VDOT berechnet und daraus jede einzelne Zone. Auch die fünf Stufen sind so gesetzt — jede ist sieben VDOT-Punkte breit. Eine Minute schneller ist bei 3:00 im Marathon rund ein Drittel teurer als bei 3:30 — gleich große Zeitschritte wären oben viel zu grob.
Nachgerechnet für genau diesen Plan: 87 % der Kilometer sind locker, der Umfang steigt zwischen zwei Aufbauwochen nie um mehr als 5 % (nach einer Entlastungswoche geht es aufs alte Niveau zurück, der Sprung im Balken ist gewollt), und der längste Lauf bleibt bei 24 km — das sind 33 % der stärksten Woche. Insgesamt läufst Du 895 km in 14 Wochen.
Prüf die Rechnung nach, wenn Du magst.
Deine Zielzeit — und das Tempo, das sie verlangt
| Zone | 1:19:00 | 1:24:00 | 1:28:00 |
|---|---|---|---|
| Regeneration (RK)Sehr locker. Du könntest nebenher telefonieren. | 4:44–5:07 | 5:01–5:25 | 5:14–5:39 |
| Locker (LO)Unterhaltung in ganzen Sätzen möglich. Hier passiert der Großteil. | 4:16–4:44 | 4:31–5:01 | 4:43–5:14 |
| Marathontempo (MT)Zügig, aber kontrolliert. Reden geht noch in kurzen Sätzen. | 3:53–4:18 | 4:07–4:32 | 4:18–4:43 |
| Schwelle (S)Das Tempo, das Du etwa eine Stunde am Stück halten könntest. | 3:42–3:53 | 3:56–4:07 | 4:06–4:18 |
| Intervall (I)Hart. Nach drei bis fünf Minuten willst Du aufhören. | 3:21–3:29 | 3:32–3:41 | 3:42–3:51 |
| Wettkampftempo (WK)Genau das Tempo, das Du im Rennen laufen willst. | 3:45 | 3:59 | 4:10 |
Die Tempi leiten sich aus Deiner Zielzeit ab, nicht aus Deiner aktuellen Form. Wenn sich schon die ersten Einheiten zu schnell anfühlen, ist die Zielzeit zu ambitioniert gewählt — nimm die nächstlangsamere Spalte. Ein Plan, den Du durchziehst, bringt Dich weiter als einer, der Dich nach fünf Wochen ausspuckt.
Das PDF zeigt die Standardwoche. Deine Tage stecken im Kalender-Export.
Oder bleib einfach hier. Unten steht der komplette Plan — Zielzeit umschalten, Wochen anspringen, Tempi kleben am unteren Rand mit.
Sag einfach, wann Du laufen kannst. Die Einheiten wandern mit, die Reihenfolge bleibt, und der Abstand zwischen den harten Tagen auch.
Halte die Reihenfolge ein, nicht die Wochentage. Wenn Dir der Dienstag nicht passt, verschieb die Einheit — aber lass zwischen zwei harten Tagen immer einen lockeren oder freien.
Neue Schuhe, neues Gel, neue Strecke: alles jetzt ausprobieren, nicht in den letzten drei Wochen.
Wenn eine Woche ausfällt, steig nicht dort wieder ein, wo Du aufgehört hast, sondern eine Woche davor. Der verlorene Tag ist billiger als die Verletzung.
Der Umfang ist in dieser Phase die Variable, nicht die Intensität. Wenn Du hier schon an der Grenze läufst, hast Du im Aufbau keinen Spielraum mehr.
Eine zweite Einheit am Tag ist erst sinnvoll, wenn eine Einheit am Tag nicht mehr reicht, um den Umfang unterzubringen — nicht, um härter zu trainieren.
Die Trabpause zwischen den Intervallen ist kein Stehen. Locker weiterlaufen hält das System oben und macht die nächste Wiederholung ehrlicher.
Wenn Du die letzte Wiederholung deutlich langsamer läufst als die erste, war das Tempo zu hoch angesetzt. Beim nächsten Mal die langsamere Spalte der Tempotabelle nehmen.
Der lange Lauf ist keine Tempoeinheit. Wenn Du ihn zu schnell läufst, bezahlst Du das in der nächsten harten Einheit.
Schlaf ist in dieser Phase der wirksamste Trainingsbaustein, den Du hast. Er kostet nichts und wird trotzdem als Erstes gestrichen.
Renntempo soll sich jetzt kontrolliert anfühlen, nicht mühelos. Wenn es mühelos ist, ist Deine Zielzeit zu vorsichtig gewählt.
Lauf mindestens eine Einheit zu der Tageszeit, zu der Dein Wettkampf startet — inklusive Frühstück.
Die Beine dürfen sich in dieser Woche komisch anfühlen — schwer, unruhig, zu frisch. Das ist normal und kein Grund, noch etwas draufzupacken.
Der Umfang geht runter, das Tempo bleibt. Kurze schnelle Reize halten Dich wach, ohne Müdigkeit anzusammeln.
Leg Dir alles am Vorabend zurecht und lies Dir die Anfahrt durch. Am Renntag willst Du keine Entscheidungen mehr treffen.
Steigung um sechs bis acht Prozent, Abstieg locker traben statt gehen. Nach Anstrengung laufen — bergauf sagt die Pace nichts.
Der zügige Abschnitt liegt zwischen Marathon- und Schwellentempo, nicht darüber. Wer hier ins Intervall rutscht, verliert die Einheit als aerobe Arbeit.
Drei bis fünf Minuten pro Wiederholung, Trabpause etwa so lang wie die Belastung. Kürzere Pausen machen daraus eine Schwelleneinheit mit VO2max-Etikett.
Kurz und schnell, weit vor der Erschöpfung. Der Reiz liegt in der Frequenz, nicht im Umfang — mehr davon bringt hier nichts.
Der Hauptreiz des Plans. Die Pace bleibt über alle Blöcke gleich; wird der letzte schneller, war das Tempo zu konservativ, wird er langsamer, zu hoch.
Zusammenhängende Zeit an der Schwelle ist hier das Ziel, nicht die Pace. Auf den langen Distanzen entscheidet dieser Bereich die zweite Rennhälfte.
Die letzte Kontrolle vor dem Rennen. Fühlt sich das Zieltempo hier nicht kontrolliert an, ist die Zielzeit zu ambitioniert — nicht die Tagesform schuld.
Renntempo in Abschnitten, damit das Gefühl sitzt, bevor die Ermüdung dazukommt. Die Pause bleibt kurz, sonst fehlt der spezifische Reiz.
Das Tempo, in dem Du Dich in ganzen Sätzen unterhalten könntest. Der Großteil Deines Trainings findet hier statt — nicht weil es bequem ist, sondern weil es funktioniert.
Das Tempo, das Du etwa eine Stunde am Stück halten könntest. Trainiert man es, verschiebt sich die Grenze, ab der die Beine dichtmachen.
Harte Abschnitte von drei bis fünf Minuten mit Trabpause. In diesem Fenster arbeitest Du nah an der maximalen Sauerstoffaufnahme.
Auf Deinem Umfang ist Erholung kein Beiwerk, sondern der Teil des Trainings, der über die letzten Prozent entscheidet. Sortiert ist nach Wirkung — und in der Praxis wird meist oben optimiert, während unten etwas fehlt.
Die einzige Maßnahme, die keine der anderen ersetzen kann. Sieben bis neun Stunden, und wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit — gleiche Zeiten schlagen aufgeholte Wochenenden. In harten Wochen brauchst Du mehr, nicht weniger. Wenn Du zwischen einer frühen Einheit und einer Stunde Schlaf wählen musst, ist der Schlaf die bessere Investition.
Zuerst genug Gesamtenergie: Wer über Wochen zu wenig isst, erholt sich nicht, egal wie der Rest aussieht. Dann Kohlenhydrate um die harten Einheiten herum, damit sie in der Qualität laufen, für die sie im Plan stehen. Dann Eiweiß über den Tag verteilt statt alles abends. Alles andere — Detox, Superfoods, Basenpulver — ist Deko.
Die Erholung steckt schon im Plan: die Entlastungswochen, die Ruhetage, die lockeren Läufe. Wer die lockeren Läufe zu schnell läuft, nimmt sich die Regeneration selbst weg und wundert sich, dass die harten Einheiten nicht mehr gehen. Das ist die häufigste Ursache für Stagnation — und die billigste zu beheben.
Der Körper unterscheidet nicht zwischen Trainingsstress und Lebensstress. Ein Umzug, ein Projektende, eine schlechte Woche im Job zählen ins gleiche Konto wie ein Intervalltraining. In solchen Phasen ist es klüger, den Umfang zu kürzen, als den Plan durchzuziehen und beides zu verlieren.
Massagepistole, Recovery-Boots, Eisbad, Magnesium, Kompression: Das kann sich gut anfühlen und ein paar Prozent bringen, wenn die vier Ebenen darunter stehen. Es ersetzt keine einzige davon. Wer schlecht schläft und sich dafür Recovery-Boots kauft, hat Geld ausgegeben und nichts geändert. Auf dieser Ebene steckt der größte Teil des Marketings und der kleinste Teil der Wirkung.
Muskelkater und schwere Beine nach harten Einheiten sind normal. Diese vier Zeichen sind es nicht — bei ihnen gehst Du zum Arzt oder zur Physio, statt weiterzutrainieren:
Zwei Wochen Pause kosten Dich ein paar Prozent Form. Eine verschleppte Verletzung kostet Dich die Saison. Diese Rechnung geht nie anders aus.
Nimm Dir etwa einen Tag pro gelaufenem Wettkampfkilometer, in dem Du nur lockerst oder gar nicht läufst. Keine Qualitätseinheiten, kein neuer Plan. Die Form von heute hältst Du nicht, indem Du sofort weitermachst, sondern indem Du sie sacken lässt.